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  • Jan Ledóchowski

Eine durchaus ironische Replik auf den Weckruf für Geschlechtergerechtigkeit


Obwohl dem Coronavirus deutlich mehr Männer als Frauen zum Opfer fallen, wird die Krise von der Vorsitzenden der Katholischen Frauenbewegung Österreichs als “Weckruf” für Geschlechtergerechtigkeit” bezeichnet, da „Frauen von den Auswirkungen der Krise stärker betroffen sind als Männer“.

Ich will nicht leugnen, dass Männer und Frauen unterschiedlich behandelt werden und von jeder Krise durchaus unterschiedlich getroffen werden, wobei das in sich noch keine Ungerechtigkeit darstellt. Das gilt jedoch für jede Gruppe, die sich beliebig nach einem mehr oder weniger willkürlich gewählten Merkmal definieren lässt: Geschlecht, sexuelle Ausrichtung, Hautfarbe, Interessen, Sprache, ethnischer Hintergrund usw. Eine statistische Auswertung dieser Gruppen muss im Vergleich zum Durchschnitt immer Abweichungen ergeben, mal zum Positiven, mal zum Negativen. Doch erstens gibt es nicht das eine bestimmende Merkmal, das einen Menschen in seiner Gesamtheit vollständig definiert und zweitens ist diese Art zu denken eine Abkehr von der Betrachtung des Menschen als Individuum, hin zu einem kollektivistischen Menschenbild. Nicht mehr der Charakter, die Interessen und die Begabungen der Person sind relevant, sondern zu welcher Gruppe sie gehört.

Dass gerade bei der Frage der Geschlechtergerechtigkeit die Debatte sehr einseitig ist, liegt nicht nur an der ideologisch bedingten Abwertung von tendenziell typisch weiblichen gegenüber von typisch männlichen Entscheidungen und Lebensentwürfen, sondern an der völlig willkürlichen Auswahl der Nachweise einer systematischen Benachteiligung von Frauen.

Ich will mir nun einen Spaß erlauben, im vollem Wissen, dass es kaum einen derart humorbefreiten Bereich gibt wie Gender. Ich drehe den Spieß um, und erbringe „Nachweise“ für gröbste Diskriminierungen gegen Männer. Tatsächlich will ich aber die Schwachstellen dieser Methodik offenlegen.

ACHTUNG SARKASMUS ON!

Gesundheit Zeugt es nicht von einer unglaublichen systematischen und strukturellen Benachteiligung von Männern durch unser Gesundheitssystem, dass ihre Lebenserwartung fast vier Jahre kürzer ist, als die der Frauen ? Ich bin verwundert, dass der Genderbericht 2018 des Bundeskanzleramtes diese Daten nur konstatiert, aber nicht weiter darauf eingeht. Was könnte ungerechter sein, als vier Jahre kürzer zu leben? Ich vermisse den gesellschaftlichen Aufschrei, die Demonstrationen und Mahnwachen. Ist das Leben von Männern wirklich weniger wert? Ich spreche mich stark für Gendermedizin aus, um endlich medizinische Angebote für die Bedürfnisse von Männern zu schaffen.


Arbeitsunfälle Es ist eine grobe Ungerechtigkeit, dass überdurchschnittlich viele Männer in potentiell gefährlichen Branchen tätig sind. Selbst nach Berücksichtigung der Erwerbsquote erleiden Männer dreimal so viele Arbeitsunfälle wie Frauen . Leider sterben auch doppelt so viele Männer wie Frauen bei der Ausübung ihres Berufes und der fehlende Aufschrei in Österreich ist beschämend. Er zeugt von einer tief sitzenden gesellschaftlichen Norm, dass Risiken für Leib und Leben bei Männern eher in Kauf genommen werden.


Bildung Unser Schulsystem sollte allen Kindern faire Chancen bieten. Es ist geradezu tragisch, wie nonchalant eine systematische Benachteiligung von Buben in Kauf genommen wird. Wie sonst lässt sich erklären, dass 56 % mehr Buben als Mädchen die Schule vorzeitig abbrechen ? Wenig verwunderlich legen auch wesentlich mehr Frauen als Männer die Matura ab und studieren. Leider habe ich auch zu diesem Punkt im Genderbericht 2018 des Bundeskanzleramtes den Gender-Maßnahmenplan vermisst, um auch Männern eine faire Bildungschance zu bieten.


Gewalt und Verbrechen Es zeichnet ein düsteres Bild des institutionellen und gesellschaftlichen Sexismus, dass Männer auf beiden Seiten der Verbrechensstatistiken überrepräsentiert sind. Mehr als doppelt so viele Männer als Frauen werden Opfer von strafbaren Handlungen gegen Leib und Leben . Warum Politik und Polizei keinen Genderschwerpunkt auf männliche Opfer von Gewalt setzen ist mir rätselhaft. Noch dramatischer ist aber die Verurteilungsstatistik. Männer wurden beinahe sechsmal so oft rechtskräftig verurteilt wie Frauen ! Will ernsthaft jemand behaupten, dass Frauen sechsmal bessere und gesetzestreuere Menschen sind als Männer? Viel plausibler ist ein grobes Vorurteil unter Ermittlungsbeamten und Richtern.

SARKASMUS OFF!

Ich muss zugeben, das hat Spaß gemacht und dieses Spiel lässt sich mit jeder Gruppe wiederholen. Bis auf die Kinder im Schulsystem liegt hinter diesen Zahlen aber natürlich nicht eine Diskriminierung von Männern, sondern die Entscheidungen von Personen, die diese aufgrund ihres Temperaments und Charakters treffen. Dass Männer allein evolutionsbiologisch bedingt eher geneigt sind Risiken einzugehen und deshalb auch durchschnittlich ein höheres Aggressionspotential haben, was wiederum zu einer höheren Kriminalität führt, ist eine Tatsache der Biologie. Das kann man aus ideologischer Sicht genauso schlecht finden, wie die durchschnittlich höhere Neigung von Frauen zu sozialen Berufen und Aufgaben. Doch da sich die Realität der Ideologie anpassen muss und nicht umgekehrt, ist das auch nicht weiter problematisch.


PS: Wirkliche Nachteile am Arbeitsmarkt (das ist noch nicht das gleiche wie Diskriminierung) tragen übrigens Eltern, die ihre Berufstätigkeit wegen der Kindererziehung unterbrechen. Das ergab eine Studie aus Harvard. Das entscheidende Merkmal ist also nicht das Geschlecht, sondern die Elternschaft.

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